Deutschland. Ein Wintermärchen 14+

Von Heinrich Heine | Premiere: 2. November 2019

„Deutschland. Ein Wintermärchen“ ist die perfekte Mischung all jener Elemente, die Heines Dichtung auszeichnen – Klagelied, Satire, Frotzelei, gefälschte Daten und Wege, Rempelei gegen Zeitgenossen und Kampfgesang gegen die Zeit.

Heinrich Heine reiste 1843 nach 13 Jahren Exil in Paris erstmals wieder in die Heimat, die für ihn nie eine war. Diese Reise nach Deutschland nimmt er zum Anlass, ein Panorama der deutschen Zustände zu entwerfen, auf die er mit aller Bissigkeit blickt. Es sind eben die Zustände, die ihn heimatlos machten.

Heines früher Zweifel am Nationalen, der der Rechtfertigung der eigenen Heimatlosigkeit entsprang, wurde zu einer Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft schlechthin, und macht Heine zu einem Visionär eines neuen Europas.

Heinrich Heine ist es zeitlebens gelungen ein Einzelgänger zu bleiben. Weder für seine Zeitgenossen noch für die spätere Rezeption war Heine wirklich greifbar. Er ist der getaufte Anti-Nazarener, der den Himmel den Engeln und Spatzen überlassen will, zeitgleich den Atheismus als schlimme Sünde bezeichnet, Marx als gottlosen Selbstgott beschimpft, und den Kommunismus als einzig mögliche Zukunft heraufbeschwört, die er aber keineswegs mehr erleben will, weil sie ihm alles nehmen wird, was ihm lieb und teuer ist. Er ist der aristokratische Revolutionär, der orientalische Hellene und zugleich ein Verehrer Luthers und Napoleons. Er bezeichnet sich selbst als letzten abgedankten Fabelkönig der Romantik und rechnet mit ihr als rückwärtsgewandte reaktionäre Bewegung ab. Heine ist sein eigener Kosmos. Er verweigert sich zeitlebens der ideologischen Einordnung. Dies bewahrt ihn davor, die Gegensätze in einen oberflächlichen Konsens zu führen. Er ist heimatlos und will es bei aller Trauer über diesen Umstand bleiben. Durch diese Verweigerungshaltung ist es ihm möglich das Unmögliche zu denken.

nächste Vorstellungen

2. November 2019, 20:00 Uhr
8. November 2019, 20:00 Uhr
15. November 2019, 20:00 Uhr
21. November 2019, 20:00 Uhr
18. Dezember 2019, 11:00 Uhr
18. Dezember 2019, 20:00 Uhr
19. Dezember 2019, 11:00 Uhr
30. Dezember 2019, 20:00 Uhr

Besetzung

Inszenierung Tobias Sosinka Ausstattung Hannah Landes Mit Jan Reinartz