K.O. Müller (UA)

von Steffi Hensel

Wir beschwören den Geist und Erbauer der heutigen Spielstätte des Jungen Theaters herauf. Was würde er zu dem heutigen Umbau seines einstigen Hauses sagen? Kommen Sie mit auf eine Geisterführung an einem ganz besonderen Ort.

Das Junge Theater Göttingen ist seit nun mehr 40 Jahren im Carl Otfried Müller Haus beheimatet. Doch wer dieser Mann eigentlich war, weiß heute kaum noch jemand. 2019 beginnt der Umbau des Hauses. Und es ist längst überfällig, dass sich das Junge Theater theatral mit diesem Giganten der Altertumswissenschaften und Heimatgeber auseinandersetzt. Mit gerade einmal 26 Jahren wurde Carl Otfried Müller, der Zweitname Otfried wurde von ihm frei erfunden, zum außerordentlichen Professor an die Universität Göttingen berufen. Aber auch das war nur ein Meilenstein in seiner rasanten und steilen Karriere.

Durch seine Publikationen und Veröffentlichungen über die griechischen Völker wurde er weltberühmt und wohlhabend. Doch er verließ trotz vieler verlockender Angebote Göttingen nicht.

Im Gegenteil, er baute sich eine Landhausvilla im spartanischen Stil mitten in die Göttinger Innenstadt und schuf sich einen paradiesischen Garten, zu dem nicht jeder Zugang hatte.

In Kooperation mit dem Archäologischen Institut der Georg -August-Universität Göttingen vergibt das Junge Theater Göttingen einen Stückauftrag an Steffi Hensel.

Steffi Hensel arbeitet seit dem Studium der Theaterwissenschaft und Literatur in Berlin und Liverpool als Dramatikerin und Drehbuchautorin im In- und Ausland. Wichtige Arbeiten sind der Monolog „Blut im Schuh“ (UA 2004 an den Sophiensaelen Berlin), das Drama „Utopie unter Palmen“ (UA 2006 am Nationaltheater Weimar) sowie die Oper „Der Sonne entgegen“ (UA 2010 Märzmusikfestival Berlin). Für das International Festival in Ohio schrieb Hensel 2009 das Drama „Little Red“, ihr Musiktheaterstück „Contrabass“ wurde 2012 beim Hi-Seoul Festival in Südkorea gezeigt. Es folgen Einladungen und Residenzen nach Japan, Russland und Großbritannien. 2016 erhält Hensel den Interstip Dramatikerpreis des Landes Brandenburg. 2017 wird sie beim Filmfest München mit dem Tankred Dorst Drehbuchpreis ausgezeichnet.

nächste Vorstellungen

Derzeit sind keine weiteren Vorstellungen geplant

Besetzung

Inszenierung und Ausstattung Nico Dietrich