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Aloha Therese! (UA)

von Peter Schanz

Nach den Uraufführungen von Der größte Zwerg. Ein Sudelstück für Georg Christoph Lichtenberg (2017) und GÖ 68 ff. Ein Heimatabend zum 50. Geburtstag von 68 [2018) setzt das Junge Theater die Zusammenarbeit mit dem Autor und Regisseur Peter Schanz in 2019 fort.

Das Leben des berühmten Südseereisenden Georg Forster erstmals erzählt aus der Perspektive seiner Frau, der Göttinger Universitätsmamsell Therese Heyne.

Göttingen im Jahre 1785: Der Naturforscher Georg Forster heiratet die Göttinger Professorentochter Therese Heyne. Er ist gerade von seiner Südseeexpedition mit Capitän James Cook zurück und zählt zu den begehrtesten Männern Europas. Sie gehört zu den legendären Göttinger Universitätsmamsellen und stellt die akademische Männerwelt auf den Kopf, um später eine der ersten eigenständigen Schriftstellerinnen zu werden.

Mainz im Jahre 1792: Nach bereits acht Jahren ist die Ehe der beiden am Ende. Sie will mit ihrem Liebhaber in die Schweiz, er als Revolutionär nach Paris. Und draußen tobt die Revolution.

Aloha Therese! erzählt das Leben des Südseereisenden und der Schriftstellerin erstmals aus der Perspektive einer Frau: Zwei so eigensinnige wie faszinierende Menschen scheitern dramatisch in einer abenteuerlich geführten Ehe voller schlagender Funken und fliegender Fetzen. Eine Paarungs-Geschichte von Liebe und Politik: engagiert, witzig, vorübergehend romantisch, wild, ergreifend, kämpferisch.

Und findet sich damit plötzlich mitten in der aktuellen Debatte wieder um Emanzipation und die überfälligen Korrekturen im Umgang mit unserem postkolonialen Erbe.

 

 

 

 

 

 

 

© Dorothea Heise


Besetzung

Inszenierung und Ausstattung Peter Schanz

Musik Ariane Mihm

Mit Katharina Brehl, Agnes Giese, Jacqueline Sophie Mendel


Aufführungsdauer

135 Minuten incl. Pause


Premiere

12. April 2019


Pressestimmen

Schanz lässt […] schon in der ersten Szene keinen Zweifel aufkommen, dass er aus dem Hier und Jetzt heraus einen Rückblick wagt in eine Zeit, in der viele aktuelle Problematiken begründet wurden. Sprachlich in der Gegenwart angesiedelt, liefern sich die Mamsellen einen Zickenkrieg wie in einer Seifenoper. Doch Schanz bleibt keineswegs im Banalen, sondern spielt mit den Klischees. Dabei gelingt es dem Autor, der auch Regie führte, immer wieder tiefgründige Weisheiten in die Dialoge zu streuen und Furchtbares, Witziges und Berührendes in einer Szene zu vereinen. Auf der Bühne sind Katharina Brehl, Agnes Giese und Jacqueline Sophie Mendel ganz in ihrem Element, indem sie sich alle Rollen – auch die männlichen – mit Kreativität, Tempo und großer Überzeugungskraft teilen. Ariane Mihm hält sich im Hintergrund, sitzt auch mal im Zuschauerraum und untermalt das Geschehen mit Gesang, Trompete oder Hufgeklapper. […] In „Aloha Therese!“ werden Sehnsüchte nach Flucht aus gesellschaftlichen Zwängen hinterfragt […]. Der Applaus war laut, stürmisch und lang anhaltend. Eine äußerst gelungene Uraufführung. (Claudia Nachtwey, Göttinger Tageblatt)

 

 „Aloha!“, lautet die Absage an den Sexismus, an die Rolle der Frau, an die erwartbare Absage der Gesellschaft an die Emanzipation. […] „Aloha Therese!“ verpackt die Geschichte einer Universitätsmamsell, den Kolonialismus, die Emanzipation und allgemein menschliche Themen in ein rasantes Theaterstück – vielseitig, anregend und auf hohem Niveau reflektierend. „Es gibt kein Zurück. Aber es gibt eine Verantwortung für das Jetzt und für die Zukunft (…) für Freiheit und für Gleichheit und für Schwesterlichkeit. (Anna Luise von Campe, Kulturbüro Göttingen)

 

Der seicht anmutende Titel täuscht, denn das Stück hat es wahrlich in sich. […] Trotz moralischen Gewichts gelingt dem Stück der Spagat zum gleichzeitig Urkomischen. […] Schanz konstruiert ein verwirrend vielschichtiges Stück, in dem Zeitebenen, Kommentare zum Geschehen, Zitate aus historischen Quellen und selbstreferentielle Passagen einander überlagern. Schon der Einstieg, von dem aus sich Thereses und Georgs Lebensgeschichten entspannen, führt das Publikum rasch aufs Glatteis. […] „Aloha Therese!“ ist ein komplexes, rasantes und heftiges Stück. Schanz macht es sich selbst nicht einfach mit den Themen, die er hier behandelt – das ist gut so: Das Stück will keine simplen Antworten liefern und erst recht nicht auf alle Fragen eine. (Melina Wießler, Litlog)

 

An manchen Ecken ist „Aloha Therese!“ ein bisschen vollgepackt, etwas pathetisch. Dennoch ist die Inszenierung witzig, intelligent. Eine glanzvolle Leistung des Ensembles. (Gesa Esterer, HNA)

© Jochen Quast

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