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Vor dem Abriss (Geschichte ohne Ende)

von José Sanchis Sinisterra

 

(Originaltitel: El Cerco de Leningrado – Historia sin final)

Aus dem Spanischen von Maite Prieto Alonso und Gotthardt Schön

 

 

Anlässlich des Umbaus des Jungen Theaters

 

 

 

Spanien zur Zeit der Franco-Diktatur: Als der Leiter eines Theaters sein regimekritisches Stück aufführen möchte, „verunglückt“ er tödlich. Das Theater wird geschlossen, das Ensemble auseinandergetrieben, das Stück vernichtet. Am liebsten würde man auch das Theatergebäude abreißen. Doch Priscilla (die Frau des Theaterdirektors) und Natalia (seine Geliebte) sind einfach da geblieben. Haben sich verbarrikadiert, streiten und bekämpfen sich und leisten gemeinsam Widerstand – bis heute.

 

 

Zwanzig Jahre später soll das Theater wegen des Baus eines Parkhauses tatsächlich abgerissen werden. Priscilla und Nathalia machen sich auf die Suche nach dem brisanten Stück von damals, in der Hoffnung, durch seine Aufführung ihr Theater retten zu können. Als sie das Stück endlich finden, erkennen sie, dass für den damaligen plötzlichen Tod des Theaterdirektors sowohl ihre faschistischen Feinde als auch die militanten Linken aus den eigenen Reihen schuldig gewesen sein können.

Eine Parabel auf das Ringen um die Bedeutung der Theaterkunst, das Entdecken der hinter verklärenden Erinnerungen verborgenen Wahrheit und den täglichen Kampf sich neu zu erfinden.

 

 

 

 

 

 

© Dorothea Heise


Besetzung

Inszenierung Victoria Valerie Montero

Ausstattung Hannah Landes

Kostümassistenz Sabrina Genschow

Mit Agnes Giese, Christina Rohde


Aufführungsdauer

95 Minuten


Premiere

22. Februar 2019


Pressestimmen

Agnes Giese und Christina Rohde liefern sich 95 Minuten lang einen atemberaubenden Schlagabtausch auf der Bühne. Ausdrucksstark und wandlungsfähig nehmen sie das Publikum mit in ihr zerrissenes Inneres. Quasi mit Widerwillen sprechen sie das Wort Kapitalismus aus, um im nächsten Moment eine neu gekaufte Tasche fast verliebt anzusehen. Die Inszenierung von Victoria Valerie Montero (Ausstattung Hannah Landes, Dramaturgie Tobias Sosinka) trifft genau den Nerv der Zuschauer. Minutenlang werden die Schauspielerinnen nicht von der Bühne gelassen und für eine tolle Leistung gefeiert. (Vicki Schwarze, Göttinger Tageblatt)

 

Der Inszenierung ist es gelungen, die Vielschichtigkeit des Stückes wunderbar, ernst und unterhaltend zu verdeutlichen: es geht um spanische Geschichte, aber es geht auch um die Verhaltensweisen von Menschen, um Opportunismus genauso wie um Liebe und Zuneigung. Und genau das verkörpern die Schauspielerinnen mit Haut und Haar. […] Diese vielschichtigen neunzig Minuten vergingen wie im Fluge. Das Premierenpublikum bejubelte die Regieleistung und die Darstellerinnen führ ihre Liebeserklärung an das Theater zu Recht anhaltend. (Jens Wortmann, Kulturbüro Göttingen)

© Jochen Quast

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