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Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

 

 

Nach dem Bestsellerroman von Joachim Meyerhoff

Das Junge Theater bringt als zweites Theater in Deutschland den Roman auf die Bühne.

 

 

Ist das normal? Zwischen Hunderten von körperlich und geistig Behinderten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie aufzuwachsen? Der junge Held in Joachim Meyerhoffs Roman kennt es nicht anders – und mag es sogar sehr. Sein Vater leitet eine Anstalt mit über 1.200 Patienten, verschwindet zu Hause aber in seinem Lesesessel. Seine Mutter organisiert den Alltag, hadert aber mit ihrer Rolle. Seine Brüder widmen sich hingebungsvoll ihren Hobbys, haben für ihn aber nur Häme übrig. Und er selbst tut sich schwer mit den Buchstaben und wird immer wieder von diesem großen Zorn gepackt. Glücklich ist er, wenn er auf den Schultern eines glockenschwingenden, riesenhaften Insas­sen übers Anstalts­gelände reitet.

Joachim Meyerhoff erzählt liebevoll und komisch von einer außergewöhnlichen Familie an einem außergewöhnlichen Ort, die aneinander hängt, aber auseinander-gerissen wird. Und von einem Vater, der in der Theorie glänzt, in der Praxis aber stets versagt. Am Ende ist es aber wieder der Tod, der den Glutkern dieses Textes bildet, der Verlust, der nicht wieder gutzumachen ist, die Sehnsucht, die bleibt – und die Erin­nerung, die zum Glück unfassbar pralle, lebendige und komische Geschich­ten produziert.



 

 

 

 

 

Das Junge Theater hat aus dem Bestseller von Joachim Meyerhoff eine eigene Spielfassung entwickelt, die erstmals zur Aufführung kommen wird.

Joachim Meyerhoff ist seit 2005 Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. 2007 wurde er zum Schauspieler des Jahres gewählt.In seinem sechsteiligen Zyklus »Alle Toten fliegen hoch« trat er als Erzähler auf die Bühne und wurde zum Theatertreffen 2009 eingeladen. Für seinen Debütroman wurde er 2011 mit dem Franz-Tumler-Literaturpreis und 2012 mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. Im September 2016 erhielt er den Nicolas-Born-Debütpreis, den Euregio-Schüler-Literaturpreis, im Januar 2017 die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz. Im Mai 2017 wurde Joachim Meyerhoff in der Sektion Darstellende Kunst in die Akademie der Künste aufgenommen und von der Fachzeitschrift Theater heute im September zum Schauspieler des Jahres 2017 gewählt.    

© Dorothea Heise



Premiere

29. November 2018


Pressestimmen

Der Regisseur Eike Hannemann lässt seinen Protagonisten Bilder in den Kopf seines Publikums malen. Wir sehen ihn zur Schule rennen. Dabei bewegt sich Krüger tatsächlich kaum. Er nutzt sein Mikrofon und seine Stimme. Unterstützt wird der Schauspieler dabei vom gesamten Ensemble vor dem schlichten, zweckmäßigen Bühnenbild. Mit einem Beamer werden Bilder an die Bühnenwand geworfen, die das aktuelle Bühnengeschehen illustrieren. Auf einer Hochebene aus Holzboxen, die u-förmig auf die Bühne gebaut ist, stehen fünf Mikrofone. Hinter jedem findet sich ein Akteur, der akustisch das untermalt, was Krüger als Josse widerfährt. […] Agnes Giese (als Mutter) hat nicht viel Text, trägt diesen aber sehr feinsinnig vor. Und auch Reinartz´ Spiel ist ein Kontrapunkt. Die scheinbar unfehlbare Figur des Vaters resümiert im Angesicht seines nahenden Endes: „Da denkt man, im Alter wird das besser mit Liebeskummer und Schmerz. Ist alles Quatsch.“ Nachhaltig beeindruckend ist die Einsatzbereitschaft und die Geschwindigkeit, mit der das Ensemble agiert. Die Schauspieler haben kaum je einen Moment zum Durchatmen. Das Publikum feiert einen rundum gelungenen Premierenabend, dem die philosophischen Ideen des Autors Meyerhoff nachklingen: „Was wäre, wenn wir nicht die Zukunft, sondern die Vergangenheit gestalten könnten?“ (Claudia Bartels, Göttinger Tageblatt)

 

Das ist so eine Krux mit diesem Hund. Katharina Brehl spielt ihn [den Hund] wahnsinnig überzeugend: Sie hechelt und bellt und an genau den richtigen Stellen sind ihre menschlichen Reaktionen gesetzt. (Tanita Kraaz, Litlog)

 

Hier zeigt sich, dass Erinnern eben nicht nur Erfinden meint und nicht nur in Fantasieräumen stattfindet, wo die assoziativen Signale ständig rotieren. In dieser manchmal auch erschöpfenden Überfülle bleibt wenig Raum zum Innehalten, um sich den Bildern anzuvertrauen, die sich der Illustration verweigern, ohne dass sich ihre berührende Kraft irgendwann verflüchtigt. (Tina Fibiger, Kulturbüro Göttingen)

© Jochen Quast

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