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GÖ 68 ff. (UA)

Ein Heimatabend zum 50. Geburtstag von 1968 von Peter Schanz

 

 

Schwer zu fassen: 68 wird auch schon 50! Eine Gruppe junger Erwachsener tauscht sich im Jungen Theater des Jahres 2018 über die oft gehörten Kampfberichte ihrer 1968er-Patchwork-Eltern und  -Großeltern aus. Die einen sind fassungslos über den Inhalt von Flugblättern Göttinger Studentengruppen, die anderen über die Fassungslosigkeit damaliger Reaktionen darauf. Jetzt versuchen die einen, ihre verkorksten ehemals Erziehungsberechtigten mit mehr Milde aus deren Kampf gegen deren Eltern heraus zu verstehen. Es ist zum Heulen, wenn man nicht so lachen müsste – oder umgekehrt? Die anderen beginnen sich vorzustellen, wie Göttingen heute aussähe, wenn es „68“ nicht gegeben hätte. Der Kinderladen Klosterpark hat mir nicht wirklich geschadet. Und die dritten denken: Ein neues 68 täte uns ganz gut. Dabei hilft uns die Musik von damals, der Soundtrack der elterlichen Blütezeit, schon mal auf jeden Fall weiter.


 

 

 

 

 

 

Eine kritisch-historische Recherche mit viel dokumentarischem Material und überraschenden Zeitzeugenberichten. Und an einem historischen Ort: im jt-Keller des Otfried-Müller-Hauses am Markt wurde in den 60er und 70er Jahren Geschichte gemacht. Zumindest werden darüber bis heute Geschichten erzählt. Geschichten aus dem Wilden Südniedersachsen. Von damals, als Oma noch auf die Barrikaden ging und dabei Göttingen [sich] veränderte. 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Dorothea Heise


Besetzung

Inszenierung, Bühne und Kostüme Peter Schanz

Mit Katharina Brehl, Agnes Giese, Franziska Lather, Peter Christoph Grünberg, Jan Reinartz, Karsten Zinser

Aufführungsdauer: 150 Minuten (inkl. Pause)


Premiere

27. April 2018

Pressestimmen

"Schanz, der fürs JT 2017 das Lichtenberg-Stück „Der größte Zwerg“ schrieb, bringt nun bundesdeutsches und lokales Geschehen zusammen. In seinem Bühnenbild dominieren Hamburger Gitter, mobile Absperrvorrichtungen für Polizeieinsätze, die er einfallsreich nutzt als Kulisse für Demonstrationen, Sit-ins, Gerichtsverhandlungen, Vorlesungen oder Debatten in Wohn- und WG-zimmern. Basierend auf den Erinnerungen von Göttingern, die 1968 und in den folgenden (ff.) Jahren hier junge Leute waren, sind die Szenen des Heimatabends ineinander verwoben und ergeben sieben Kapitel in 150 Minuten.Und in denen lassen die sechs Schauspieler nichts aus, um (fast) alle Typen zu verkörpern, die 68 ff. hergeben im Kampf gegen den Vietnam-Krieg und für die Befreiung aus der „Nachkriegs-Adenauer-Lügen-Wirtschaftswunder-Nazi-Verdränger-Welt“. Franziska Lather meistert als wütender Arbeiter, bürgerliche Mutti oder als einer der freien Liebe zugänglichen WG-Bewohnerin, um nur ein paar ihrer Rollen zu nennen, das Spiel mit der Wandlungsfähigkeit.[…] Regisseur Schanz bringt immer wieder Schwung in die Debatten in bürgerlichen Familien, Kinderladen-Plenum, Vorlesungen, Politik-, Studenten- und anderen Bezugsgruppen. […] Der weite Bogen von „GÖ 1968 ff.“ hält die Spannung." (Angela Brünjes, GT)

 

Göttingen war kein Hotspot – aber dort war was los zur Mescalero-Affäre 1977, nach dem RAF-Mord an Buback und bis in die tiefen 80er. Schanz schildert das in Episoden, deren Verbindung gelingt, auch dank eines ausnahmslos starken Ensembles, das wandelfähig die Themen der Zeit wie Vietnamkrieg, Unis als Lehranstalten, Eltern, die nichts gegen Alt-Nazis und Muff tun, sexuelle Befreiung und jointbedingtes, weltentrücktes Wohngemeinschaftsgelaber präsentiert […] Der Zuschauer ist hin- und hergerissen zwischen Klamauk und Persiflage, Parodien (großartig: Karsten Zinser nackt als Jango Edwards), bedrückend gelesenen Stücken, Liedern und immer wieder den Parolen […] „GÖ 68ff.“ ist mehr als der angekündigte „Heimatabend zum 50. Geburtstag von 1968“ – auch wenn der Besucher viel Lokalkolorit über Uni, Kneipen, den ersten „Griechen“, den roten Buchladen, die Nazi-Profiteure und Thomas (Oppermann), Jürgen (Trittin) und Dieter (Bohlen) geliefert bekommt. Ach ja: Rudi (Dutschke) war auch mal da." (Thomas Kopietz, HNA)

 

„Schanz' Konzeption gelang dabei der Spagat zwischen Humor und Ernsthaftigkeit und beeindruckte durch die Darstellung der vielzähligen Lebensweisen, die für die 60er Jahre prägend waren. Doch von den Schauspielerinnen und Schauspielern wurde einiges gefordet. Katharina Brehl, Agnes Giese, Franziska Lather, Peter Christoph Grünberg, Jan Reinartz und Karsten Zinser übernahmen allesamt mehrere Rollen mit individuellen Charakterzügen und konnten durch ihr authentisches Schauspiel überzeugend die Atmosphäre der damaligen Zeit erzeugen. […] Alle Beteiligten trugen zu einer stimmigen Aufführung bei und stießen damit beim Publikum zu Recht auf viel Anklang. […] Die Aufführung glänzte außerdem durch einen kreativen Gebrauch der Requisiten. Beschriftete Banner mit radikalen Inhalten, Polizei-Absperrgitter und gemütliche Matratzen bildeten das Setting der Inszenierung und führten die Zuschauer in einige der wichtigsten Schauplätze der damaligen Zeit.“ (Timo Kindler, Kulturbüro Göttingen)

© Jochen Quast

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Fr und Sa von 17:00-20:00 Uhr

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