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Barbara. Gegen das Vergessen. (UA)

Schauspiel mit Live-Musik von Peter Christoph Grünberg

 

20. Todestag der französischen Chansonsängerin Barbara und der 50. Jahrestag der Übertragung des „Göttingen Liedes“ aus der Stadthalle Göttingen

Rückblende 1964:Eine geheimnisvolle Sängerin kommt für eine Woche nach Göttingen, um ein Konzert im Jungen Theater zu geben. Widerstrebend ist sie gekommen in das Land ihrer Feinde, vor denen sie als Halbjüdin vor nicht allzu langer Zeit noch fliehen musste. Doch es wird ein schicksalhafter, ein wegweisender Aufenthalt werden. So könnte  die  bekannte Geschichte begonnen haben, an deren Ende die junge Sängerin Monique Serf im Garten des Jungen Theaters den ersten Entwurf zu einem kleinen Lied skizzieren wird, das kurze Zeit später weltbekannt werden soll: „Göttingen“.

 

 

 

 

 

 

Genau 20 Jahre ist Barbara inzwischen tot. Doch ihr Anliegen erscheint dringender denn je: In einer Zeit, in der der europäische Gedanke immer öfter in Frage gestellt wird, nimmt das Junge Theater sich dieser spannenden Geschichte Göttingens und Europas an.

In Kooperation mit dem Wallstein Verlag GmbH, dem Göttinger Literaturherbst, dem Kino  Lumière, der Deutsch-Französischen Gesellschaft Göttingen e.V. und dem Museum Stadt Göttingen mit ihrer Sonderausstellung „Barbara 1964“

 

 

 

 

 

 

 

 

© Dorothea Heise


Besetzung

Inszenierung Peter Christoph Grünberg

Bühne und Kostüme Judith Mähler

Musikalische Ausarbeitung Steffen Ramswig, Christian Giersig

Musikalische Leitung Steffen Ramswig

Dramaturgie Christian Vilmar

Mit Katharina Brehl, Jan Reinartz, Karsten Zinser


Uraufführung

21. Oktober 2017


Pressestimmen

"Katharina Brehl und Karsten Zinser sind ein wunderbares Zufallspaar. Schlaksig und unsicher der junge Mann aus Göttingen, mondän und unsicher die Pariser Sängerin. So begegnen sie sich und kommen sich näher und näher. Dass dabei vieles wie zufällig zur Sprache kommt, erklärt wiederum viel: Lebensbrüche, Kriegserfahrungen, Starallüren, Feind- und Freundschaften. Und immer wieder geht es auch um Göttingen. Dabei steht das Junge Theater, das 1964 noch in der Geismar Landstraße 19 sein Domizil hatte und gerade sieben Jahre alt war, im Mittelpunkt mit seinem Gründer und „Scheff“ Hans-Gunther Klein (1931-1982). Diesen und einige andere Weggefährten stellt wandlungsfähig Jan Reinartz dar. Für die Live-Musik zum Schauspiel sorgt Steffen Ramswig als musikalischer Leiter und als Pianist in dem Schauspiel Der Mann am Klavier begleitet Brehl, die die schwierige Aufgabe bestens meistert, Barbara-Chansons zu singen, ebenso wie Zinser, der beeindruckend Bodo Wartkes „Nicht in meinem Namen“ singt. Das ist ein überraschender und gelungener Stilbruch, der den Bogen in die Gegenwart schlägt. Der Abend der Erinnerung an Barbara und gegen das Vergessen könnte zeitweise temporeicher vergehen. Ihm gelingt aber, Zeitkolorit einzufangen (was die minimalistische und in Schwarz gehaltene Ausstattung von Judith Maler noch betont). Dass es nicht mehr Göttinger Lokalkolorit gab, ist ein Aspekt, der eher mit der Erwartungshaltung aus Göttinger Sicht einhergeht. Das Publikum der Premiere zeigte sich begeistert und applaudierte minutenlang und besonders den Schauspielern Katharina Brehl und Karsten Zinser." (Angela Brünjes, GT)

 

"Zwei Menschen begegnen sich in einer Art Hotellobby (Ausstattung: Judith Mähler). Sie kennen sich nicht. Sie wollen nicht sprechen, reden dann – im Schutze der Nacht – aber doch. Und Barbara (Katharina Brehl) erzählt David (Karsten Zinser) bei Funzellicht und Alkohol von Einsamkeit und Missverstandensein. Und vom unstillbaren Wunsch, auf der Bühne zu stehen, vom tief in ihr verankerten Wissen, sich dort, im Scheinwerferlicht, heil zu fühlen." (Bettina Fraschke, HNA)

 

"Grünberg hat mit dieser Story einen Rahmen geschaffen, in dem er die Geschichte mit Barbara und Göttingen, mit dem Jungen Theater und Gunther Klein, mit Deutschland und Frankreich erzählen kann. Das Schöne an diesem Abend ist: Grünberg lässt sich Zeit damit, auch in der Inszenierung, die Grünberg ebenfalls übernommen hat. So entsteht die Poesie dieser Inszenierung. Die Figuren des jungen Mannes und der Barbara haben Zeit, sich zu entwickeln. Es tut nicht nur an einem Theaterabend gut, einmal kein Dauerfeuer an Effekten oder Dialogen zu erleben. Und es passt gut zum Genre des Chansons, der ebenfalls eher unaufgeregt ist. Unaufgeregt ist auch das Spiel von Jan Reinartz, der das Ensemble ergänzt, der mal als Kellner, mal als Gunther Klein und mal als Reporter fungierte. [...] Barbara – das ist Katharina Brehl. Katharina Brehl – das ist Barbara. Wenn diese begabte Schauspielerin so weitermacht, wird ihr nicht nur Göttingen zu Füßen liegen, wie es bei der Premiere der Uraufführung der Fall war. Erst beim Schlussapplaus und bei der Premierenfeier konnte man spüren, was für ein hartes Stück Arbeit es für Brehl war, sich der Person Barbara anzunähern. Während der Premiere war von dieser Anstrengung nur wenig zu spüren: Brehl war die kleine Diva, die Barbara wohl auch gewesen ist. Launisch, nachdenklich, verführerisch, zickig – es war eine Wonne, ihr bei ihrem Spiel zuzusehen. Und natürlich zuzuhören. Sie erstarrte nicht in Ehrfurcht vor der großen französischen Chansoniere, vielmehr entdeckte sie „ihre“ Barbara in sich. Und das war gut so! Auf dem Weg zu ihrer Barbara hat sie Steffen Ramswig als Pianist begleitet. Auf dem funkelnagelneuen „Flügel“ nahm er Brehl an die Hand und führte sie sanft durch die Chansons. Sie und Karsten Zinser konnten so die Lieder Barbaras und anderen (großartig „Nicht in meinem Namen“ von Bodo Wartke mit Karsten Zinser!) auf die Bühne in der Bühne bringen. Entstanden ist ein sehr poetischer Abend, der vom Publikum minutenlang mit Standing Ovations gefeiert wurde. Es ist dem Theater und auch Göttingen zu wünschen, dass sich diese Inszenierung lange im Spielplan hält. „Damit die Menschen nicht vergessen … und sich die Leute erinnern. … Früher oder später wird es eine Zeit geben, wo die Gefahr, dass alles auseinanderbricht, größer denn je ist… und so lange diese Gefahr besteht, werde ich weiter singen. Muss ich weiter singen.“(Jens Wortmann, Kulturbüro Göttingen)

 

© Jochen Quast

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