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Ziemlich beste Freunde

Tragikomödie nach dem gleichnamigen Film von Éric Toledano und Olivier Nakache

Der reiche Philippe ist vom Hals abwärts gelähmt und benötigt folglich jemanden, der ihm bei alltäglichen Dingen wie Zähneputzen oder Ankleiden hilft. Um einen Pfleger zu finden, veranstaltet er Bewerbungsgespräche, bei denen sich auch Driss in dem luxuriösen Anwesen einfindet. Der afrikanischstämmige junge Mann ist abhängig von Sozialhilfe und hat eigentlich kein Interesse an dem Job. Zu seiner Überraschung erhält er die Stelle zunächst auf Probe. 

 

 

 

 

Obwohl er nur wenig Ehrgeiz zeigt und unerfahren ist, schlägt er sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hervorragend. Mit seinen ganz eigenen und recht unkonventionellen Methoden, belebt er den oftmals betrübten Philippe. Zwischen den beiden entwickelt sich eine innige Freundschaft, von der beide profitieren. Doch trotz all der Veränderungen kann Driss seine Vergangenheit nicht verstecken und auch Philippe hat ein Geheimnis.


 


 

 

 

 

© Dorothea Heise


Besetzung

Inszenierungskonzept und Ausstattungskonzept Axel Richter Dramaturgie Lutz Keßler, Nico Dietrich Mit Linda Elsner, Agnes Giese, Franziska Lather, Jan Reinartz, Peter Christoph Scholz, Karsten Zinser

Aufführungsdauer 90 Minuten

 

 


Premiere

3. Dezember 2016


Pressestimmen

"Am Jungen Theater hat man sich eine Menge einfallen lassen, um aus dem französischen Film "Ziemlich beste Freunde" von Olivier Nakache und Éric Toledano, der 2011 die Kinocharts stürmte, ein unterhaltsames Bühnenstück zu formen. (...) Das bekannteste Filmbild - der reiche querschnittsgelähmte Philippe wird vom dunkelhäutigen Arbeitslosen Driss im Rollstuhl durch die Gegend geschoben - wird anfangs mit Schaufensterpuppen nachgestellt. Damit wird ein Bezug zum Film geschaffen. Doch dann hebt die Inszenierung ab. Wie Karsten Zinser als Unterschichts-Junge Driss, der eigentlich nur eine Bewerbungsabsage fürs Arbeitsamt haben will, sich dem distinguierten Philippe ebenso plump wie unbefangen nähert, ist grandios gespielt. (...) Höhepunkt des eineinhalbstündigen Theaterabends ist die nächtliche Szene, in der Driss (nun von Peter Christoph Scholz gespielt) den von Schmerzen geplagten Philipp (wieder Jan Reinartz) zum gemeinsamen Rauchen verleitet und dabei das Thema Sexualität verhandelt wird: Das Gelächter, wenn Philippe gesteht, dass ihm nur die Ohren als erogene Zone bleiben, vertreibt jeden Anflug von Trauer. Ganz nebenbei wird durch die Göttinger Besetzung (häufig wechselnd) evident, dass nicht eine unterschiedliche Hautfarbe Driss und Philippe trennt, sondern die gesellschaftliche Schichtung." (Werner Fritsch, HNA)

"Der Einstige ist originell und spricht die Vorerfahrung der Zuschauer offen an. In einer Talksho stellen eine handvoll überzeichneter Charaktere erst mal ein paar Deutungsmöglichkeiten vor ("Ein Disneysozialmärchen", "Extreme Rollen, extreme Zuschreibungen"). Dann aber wollen die Talkshow-Gäste der Faszination der Geschichte nicht mehr im gespräch nachgehen, sondern im Spiel. Se folgt ein Best Of der sechzehn Gags und Szenen, die das Duo im Film durchlebt. (...) Ein kurzweiliger, unterhaltsamer Abend, der alles liefert, was die Geschichte so schön und humorvoll macht und trotzdem nicht einfach kopiert." (Jorid Engler, GT)

"Das Ensemble unter der Regie von Axel Richter schlüpft zunächst in die überzeichneten Rollen einiger Talkshowgäste, die ihre Meinung über den Film kundtun sollen. Dieser Einstieg in das Stück kommt ebenso unerwartet wie hilfreich - bietet er dem Zuschauer doch die Möglichkeit der eigenen Bewertung dessen, was er an Vorwissen über den Film (das Buch) mitbringt. (...) Doch gerade die tragikomischen Elemente sind es, die diesen Theaterabend unterhaltsam machen. Allen voran ist es Jan Reinartz, der die innere Verzweiflung und die Verlustangst des gelähmten Philippe rührend darstellt, um im nächsten Moment die Lebensfreude, getriggert durch seinen neuen Freund Driss, wiederzuerlangen. Sehenswert!" (Maren Iben, Blick)

"Regisseur Axel Richter mochte den ebenso berührenden wie turbulenten Plot offenbar nicht unkommentiert auf die Bühne übertragen. Also rahmte er seine Inszenierung mit einem Talk Show Szenario und lässt das Schauspielteam Statements im Stil von Talk Gästen abgeben. Doch dann torpedieren Linda Elsner, Agnes Giese, Franziska Lather, Jan Reinartz, Peter Christoph Scholz und Karsten Zinser die gesamte Wertungsliste. Die Inszenierung lässt sie einfach einsteigen in diesen launigen Schlagabtausch, den sich die Figuren liefern. Einen Rest von Vorbehalt, dass es sich hier um einen Theaterabend handelt und nicht etwa um ein realitätstaugliches Szenario, müssen die Regieanweisungen signalisieren, die zu jeder Szene mitgeliefert werden. Doch die vermögen kaum die Wirkung zu schmälern, die sich an dieserm Theaterabend immer wieder einstellt. Die Schauspieler wechseln immer wieder die Rollen und variieren so auch in den Nahaufnahmen ihrer Figuren. Spannend zu beobachten ist das besonders bei diesem scheinbar unerschütterlichen Driss, der zum Beispiel bei Karsten Zinser vorwiegend frech und forsch erscheint und bei Linda Elsner therapeutisch praktisch. Bei Peter Christoph Scholz wird er zum einfühlsamen Sparringspartner, der diesem scheinbar abgeklärten Pflegefall so liebevoll wie ehrlich und pointiert zusetzt. (...) Gerade in den Szenen mit Peter Christoph Scholz und Jan Reinartz erübrigt sich die Debatte um Sozialmärchen und Kitschpanorama endgültig, weil hier zwei Schauspieler engagiert Anteil nehmen an der Geschichte um zwei scheinbar beste Freunde und dabei so berührend zwischen Tragik und Komik balancieren." (Tina Fibiger, Kulturbüro)

© Jochen Quast

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