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Göttingen, den 17.02.2012

Die Zukunft nicht aus der Hand geben

Liebes Publikum,

„Göttingen entscheidet sich!“

Die Stadtverwaltung schlägt den Kurs vor. So wird in der städtischen Werbekampagne zum Zukunftsvertrag, dessen Maßnahmen ab dem 17.02.2012 zur Diskussion stehen, die Göttinger Bürgerschaft zum Online-Dialog eingeladen, um den Stadtrat für seine Entscheidungsfindung anzuregen. Dieser Dialog soll Bürgerbeteiligung ermöglichen. Er steht jedoch unter dem Diktat einer 30-tägigen Sanduhr. Denn bis zum 16.03.2012 soll so über die Maßnahmen zur Entschuldung des Göttinger Haushalts „beraten“ werden und somit auch über die Zukunft dieser Stadt. Wie sich die Stadträte positionieren, die über die Maßnahmen zu entscheiden haben, ist vorerst nicht erkennbar. Erkennbar ist: Die Zukunft der Stadt fällt derzeit unter das Diktat der Entschuldung. Die von den Maßnahmen Betroffenen sollten vorab beteiligt werden. Ansonsten droht jede Diskussion im Stimmungsstreit unterzugehen. Und die Politik sollte wissen, dass Stimmungsbilder der Bürgerinnen und Bürger zwar dem strategischen Denken Argumente liefern, aber sie von der Verantwortung der sachkundigen Positionierung nicht entheben.


Echter Dialog und echte Beteiligung brauchen deshalb andere Wege. Kultur kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Denn Dialog ist eine Frage von Kultur. Und eine Streitkultur auf Augenhöhe ist der Boden, auf dem Zukunft auch gemeinsam gestaltet werden kann. Wer eine Zukunft nicht nur sparsam, sondern auch visionär gestalten will, gibt einem solchen Prozess genügend Zeit für echten Dialog mit Sachverstand. Und wenn Göttingen sich entscheiden soll, sollte mit Göttingen eine in der Zukunft funktionierende Solidargemeinschaft gemeint sein. All das braucht mehr Zeit als einen Monat.

Eine wichtige Solidarentscheidung haben im Januar bereits die Göttinger Studierenden geleistet. Mit dem positiven Abstimmungsergebnis zur Einführung des Kunst- und Kulturtickets hat ab dem WiSe 2012/13 jeder Studierende der Georgia-Augusta-Universität FREIEN EINTRITT ins JT, DT und viele andere Kultur-Einrichtungen. Damit hat sich die Studentenschaft im Jahr des 275-jährigen Universitätsjubiläums für ein aktives Kulturleben der Stadt positioniert. Eine, in dieser Art, einmalige Chance für Theater und Studierende dieser Stadt, die deutschlandweit wohl ihresgleichen sucht!

Deshalb sagen wir: Die Zukunft Göttingens nicht aus der Hand geben! Das Theater lebt vor, zu welchen Veränderungen echte und kraftvolle Konflikte führen können. Nur aus einem echten Dialog kann Solidarität entstehen. Ein Dialog, dem insbesondere das Theater als Institution seit seinen Anfängen ein Forum bietet. Wir alle sind Bürger dieser Stadt. Kritische Bürger gestalten mit! Schauspieler ohne Haltung nehmen dem Theater seine Relevanz. Das gleiche gilt auch für Politiker.

Ihr
Andreas Döring
Intendant Junges Theater Göttingen


23.02.
| 10.30 + 20 Uhr | Mit großer Wahrhaftigkeit und Wut im Bauch (GT) | Video


24.02. | 20 Uhr | "Alles wie aus dem richtigen Leben gegriffen." (GT)

 

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